Salzkammergut 2001

Dass Österreich nicht nur für hervorragende Gipfelfernsichten gut ist, sondern man auch unter Wasser die Blicke schweifen lassen kann (im Gosausee bis zu 20 m), testeten vom 31. August bis 05. September 2001 fünf Mitglieder unseres Tauchclubs.

Als Ausgangsbasis wählten wir Bad Goisern, da von hier aus eine Reihe von Tauchgewässern in greifbarer Nähe liegen - und weil Armin und Bernhard letztes Jahr schon die Gegend hier besucht hatten.

Während Gerhard, Michl, Tine, Bernhard und Armin als aktive Taucher die Unterwasserwelt erkundeten, verlegten sich Ingrid, Erni, Alexander und Andreas aufs Spazieren gehen und Einkaufen.

Freitag, 31.08.:
Ankunft gegen 16.00 Uhr in Bad Goisern im Hotel Moserwirt (Hervorragende Unterkunft mit toller Verpflegung, Wellness-Bereich, Bar,...) Da Ingrid und Gerhard erst gegen 20.30 Uhr eintrudeln werden, beschließen Michl, Tine, Bernhard und Armin die Zeit für einen Tauchgang im 20 km entfernten vorderen Gosausee zu nutzen.

Obwohl wir erst gegen 17:30 Uhr ins Wasser kommen und der Himmel verhangen ist, ist dieser Bergseetauchgang (Seehöhe: 960 m; max. Tiefe 65 m) ein Genuss. Gigantische Steilwände, ein mit Stahlseil gesicherter ehemaliger Tourenweg und hervorragende Sichtweiten erfreuen die Taucherseele. Der Bewuchs ist spärlich, bessert sich aber in Waldrandnähe und im hinteren Teil des Sees.(17 m, 38 min, 7 Grad C.) Durch die Anreise waren doch einige leicht geschwächt, so dass wir die abendliche Kneipentour fast - aber nur fast - ausfallen haben lassen.

Samstag, 01.09.:
Wir fahren zum Grundlsee (Seehöhe: 709 m; max. Tiefe 64 m) um den Top-Spot, die Taucherglocke zu suchen. Dabei handelt es sich um eine mit Luft gefüllte Stahlkapsel, die auf einer Felsnadel in ca. 9m Tiefe mit 6 Ketten verankert ist. Von unten her kann man in diese Glocke eintauchen und ein kurzes Schwätzchen halten. Bei den Verankerungen befinden sich auf einem Felsriff etliche Heiligenstatuen und Gedenktafeln, die an verunglückte Taucher erinnern. Den Rest unserer Flaschen leeren wir, als wir in einem weiten Bogen zu unserer Einstiegsstelle zurückkehren. Ein Tauchgang, der in Erinnerung bleiben wird. (19 m, 51 min, 9 Grad C.)

30 Gehminuten vom Grundlsee entfernt (Gössl) liegt der über 100 m tiefe Toplitzsee. Es ist der wohl mit den meisten Myhten behaftete See der Welt. Da in diesem ehemaligen Testgelände der Reichskriegsmarine noch etliche scharfe Wasserminen und Torpedos vergammeln, ist das Tauchen hier strengstens verboten. Angeblich sind auch hier die 40 Tonnen des verschwundenen Nazischatzes versteckt?! Ein gemütliches Lokal (Fischerhütte) mit einem kleinen Museum lädt zum Besuch ein. Weitere interessante Informationen unter http://www.toplitzsee.at/

Sonntag, 02.09.:
Der Hallstädter See (Seehöhe 508 m; max. Tiefe 125 m) ist heute an der Reihe. Bei Nieselregen steigen wir am Gosauzwang, in der Nähe der ehemaligen Tauchbasis Karin ins Wasser. Genauso trübsinnig wie das Wetter entwickelt sich dieser Tauchgang: Zivilisationsschrott der letzten 10 Jahre. Vergessen! Andere Stelle probieren! (17 m, 47 min, 9 Grad C.)

Ingrid und Gerhard fahren heute nachmittag nach Hause.

Montag, 03.09.:
Flusstauchgang! Nachdem Bernhard sämtliche Infos zusammengetragen hat, etliche Telefonate mit österreichischen Tauchschulen und der ARGE Tauchen geführt hat, fahren wir bei Kaiserwetter die Traun entlang bis nach Steyrermühle. Beim Tauchclub Atlantis lassen wir die Flaschen füllen und erhalten eine echt gute Einweisung vom dortigen Chef. Die Einstiegsstelle ist ein gepflegter Zeltplatz des Clubs und bietet einen wundervollen Ausblick auf die Traun. Wir planen für den heutigen Tag zwei Tauchgänge:

Inselumrundung:

Der erste TG führt uns um eine in einer Bucht liegenden Insel. Steile Felswände mit Engstellen, kleinen Höhlen, ein Trafohäuschen, klares Wasser und ein wirklich toller Fisch- und Pflanzenreichtum lassen uns nur so staunen. Interessante Lichtspiele mit im Wasser liegenden Bäumen und Überhängen runden den Tauchgang ab. (11 m, 63 min, 16 Grad C.)

Long trail:

Mit einem Boot werden wir nach unserer Oberflächenpause ca. 1,5 km stromaufwärts gefahren und tauchen dort mitten im Fluss ab. Während der Bootsfahrt erhielten wir sämtliche Infos, welche für uns von Bedeutung waren. Von der Strömung lassen wir uns treiben und eine wahre Wunderwelt tut sich für uns auf: Ins Wasser gestürzte Baumriesen unter deren Äste Hechte von über einem Meter Länge lauern (die Tauchbasis wirbt mit Hechtgarantie: falls wir keine Hechte sehen sollten, ist der TG kostenlos), eine erstaunlich gut erhaltene Heer- und Handelsstraße aus dem Mittelalter, Flusskarpfen, Äschen und tolle Lichtreflexe. Flusstauchen wie es schöner kaum sein kann!

Achtung: Nicht weniger als 100 m an die Staustufe herankommen! O-Ton Tauchbasis: "Sunst foahrst a bisserl Karusell, im Kraftwerk blinkt a Lamperl und des woars dann! Passt eh!" (12 m, 54 min, 15 Grad C.)

Dienstag, 04.09.:
Nachdem auch Tine und Michl am Vortag abgereist waren und Bernhard und ich am Abend in den beiden Goiserner Szenekneipen "Dischgu" und "Hades-Bar" gnadenlos abgesoffen sind, lassen wir zwangsweise das verlängerte Wochenende geruhsam mit einem Besuch von Bad Ischl (Sissi - schluchz) - zumindest bis die schlimmsten Kopfschmerzen vorüber sind - und einem Genusstauchgang bei strömenden Regen im vorderen Teil des Grundlsees ausklingen. (14 m, 58 min, 12 Grad C.)

Fazit: Trotz des zumeist schlechten Wetters ein toller Urlaub. Wir kommen wieder!

Armin

An dieser Stelle sei nochmals unserem Mitglied Peter Lähnemann für die Überlassung der UW-Kamera auf das Herzlichste gedankt!

Wir rüsten

Wir rüstenfür einen TG im Grundlsee

Moserwirt

Unser Quartier "Moserwirt" in Bad Goisern

Armin friert

Armin, was ist los?

Gedenktafel im Grundlsee

Gedenktafel bei der Taucherglocke im Grundlsee

Armin als Schatzsucher

Armin findet ein Spielzeugrad

Toplitzsee

Der Toplitzsee

Fischerhütte

In der Fischerhütte am Toplitzsee

Am Hallstädter See

Nach dem TG am Hallstädter See

Hallstadt

Hallstadt

Tines Golf an der Füllstation

Füllstation am Grundlsee

Michl gedenkt zu scherzen

Armin nicht ganz fit

Alkoholmissbrauch und seine Folgen

Armin wieder fit

Armin wieder fit