Dahab 2005

Urlaubsbericht Tine von Juni 2005

Wer nicht in überlaufenen Touristenzentren und massenabfertigenden Tauchschulen seinen Urlaub verbringen will, für denjenigen ein Tipp von uns - DAHAB.

Etwa in der Mitte des östlichen Sinai, in einer noch ursprünglichen, typisch ägyptischen Landschaft, befinden sich DAHAB. Vom Flughafen Sharm el Sheikh kommen wir nach einer ca. 70 min. Busfahrt durch eine zerklüftete, karge Wüsten-Berglandschaft an der türkis-blauen Küste an.

MASHARABAD, EL MASABAT oder auch ALTDAHAB; DAS KLEINE Städtchen mit verlockenden Fischlokalen, vielen Geschäften und einer wunderschönen Promenade, lädt zum Bummel ein. Hier wird man zwar zum einkaufen angehalten, aber nicht in aufdringlicher Hurghada-Art.

Unser Hotel, DAHABEHA, ist ca. 3 km vom Ort entfernt. Es ist ein drei Jahre altes Hotel, wobei der letzte Anbau 2004 fertiggestellt wurde. Dem Hotel angegliedert ist eine große Surfschule sowie eine Tauchbasis von Sub Aqua. Unser Tipp: die EXTRA-DIVERS-Basis ist zwei Hotels weiter im Swiss Inn Hotel, ca. 5 min. Gehminuten am Strand, mit einer familiären Atmosphäre, kompetenten Tauchlehrern/innen (Yvonne u. Juliane sind die Perlen der Basis), einem Kühlschrank mit kaltem Dekobier und großräumigen Equipment-Aufbewahrungsräumen.

In Dahab werden in erster Linie Jeep-Safari-TGs angeboten. (Boots- od. Kamel-Safari TG möglich. Die Ausrüstungen kommen auf einem Pick-up, die Taucher in offen Jeeps (Stirnband od. Mütze nicht vergessen) und ab geht's.

Bis wir am Tauchplatz, max. Anfahrt bis zu 35 min., auf abenteuerlichen Sandpisten ankommen, liegen schon Bastmatten mit unseren Körben am Strand bereit. Man holt sich eine Pressluftflasche, baut Jacket und Automat an - jetzt noch ein ausführliches Briefing, Gruppenaufteilung, das restliche Anlegen der Ausrüstung und hinein ins kühle Nass. Denn trotz des ständigen Windes wird es ganz schön heiß.

Zu den Tauchplätzen ist zu sagen, dass es viele "brave" Küstenriffe gibt, d.h. einfache Einstiege auf Kieselsteinen oder Sandboden/Sandrutschen (Golden Blocks, Schweizer Franken Riff, Umm Sid, etc.) Hier können gemütliche Tauchgänge mit Rotfeuerfisch-, Clownfisch-, Papageien-, Drachenkopf-, Moränen-, Schnecken-,...Garantie gemacht werden, also ein Treffen mit den typischen "Rot-Meer-Bewohnern".

Aber auch andere Herausforderungen. Wer hat nicht schon davon gehört? Das berüchtigte "BLUE HOLE". Schon mehr als 200 Taucher haben hier, im ca. 70m langen, ca. 50m breiten und ca. 100m tiefen "Blauen Loch" ihr Leben gelassen. Gedenktafeln erinnern und mahnen und lassen ein mulmiges Gefühl aufkommen. Nach dem Aufrödeln müssen wir einige Meter am Strand entlang marschieren, einen kleinen Felsblock erklimmen, um zum Einstieg, dem "Bell Tower" zu gelangen.

Ein ziemlich enger Einstieg. Der Name "Bell Tower" kommt nicht von ungefähr. Unachtsame Taucher stoßen mit ihren Flaschen an die Wände des "Kanals" und erzeugen so den typischen Glockenklang. Achtung! Für Leute mit Platzangst nicht so gut geeignet. Am Ausstieg kann man dann rechter Hand am schön bewachsenen Riffsaum langsam aufsteigend zum "Blue Hole" tauchen. Auf ca. 7m liegt der Einstieg. Hier ist die Korallen- u. Fischwelt noch deutlich bunter und vielfältiger. Im Loch selbst wird der Bewuchs karger, aber das Lichtspiel in der "blauen Mitte" ist beeindruckend und mystisch. Eine einmalige Sache!

Weitere Tauch-Highlights sind der CANYON und die ISLANDS. Der CANYON wird über eine Sandzunge angetaucht. Es geht über einen Kamm auf ca. 15m Tiefe, dort tauchen wir hintereinander über eine relativ kleine Öffnung ab. Im Canyon, eine teilweise nach obenhin geschlossene Spalte, geht es tunnelmäßig in Richtung Saudi Arabien. Achtung! Bei 30m ist Schluss und Umkehren ist angesagt! Wir werfen nach Verlassen des Canyons einen Blick zurück, jetzt sieht man aus jeder Ritze und Öffnung Luftblasen aufsteigen. Es sieht wirklich lustig aus und man muss unwillkürlich an unterirdische Gase od. Quellen denken.

Der etwas schwierigere ISLANDS-Einstieg (besonders bei Ebbe) ist eine ca. 20m, am Riffdach, gelegene Öffnung. Nach einzelnen Abtauchen kommen wir in eine kleine Höhle, von dort aus führt der Weg in ein großes Sandbassin, dann erwartet uns eine üppige Korallenlandschaft. Ein Traum! Es ist jedoch leicht verwirrend durch die ineinander übergehenden, stark bewachsenen und sehr ähnlich sehenden Blöcke. Und.. ich traue meinen Augen nicht... auf 12m "dümpelt" neben uns ein Apnoetaucher ganz locker und gemütlich rum.

Von ganz andere Art ist das "LIGHTHOUSE"-Tauchrevier. Der Tauchplatz ist mitten im Städtchen Mashrabat. Hier findet das alltägliche Leben statt und wir stehen mitten drin und legen unsere Ausrüstung an. Der Giude Olaf erklärt uns: " Links sind fünf große, schöne Korallenblöcke bis 30m, rechts die Müllhalde (von der alle sooo begeistert sind)". Schau ma mal! Ziemlich schnell verstehen wir warum. In alten Autoreifen, Tonnen, Wracks, Plastikflaschen, Bierkästen sind jetzt Bewohner eingezogen und Korallen gewachsen. Bei einem ruhigen TG, hier muss man sich unbedingt Zeit nehmen, entdecken wir Seepferdchen, Schnecken, Prachtstrudelwürmer, Seewalzen, Krebse..... oder Kofferfische, die durch zu kleine Öffnungen wollen (Bierkastengriff. Hochinteressant was sich alles so in der Seegraswiese tummelt. Wieder zurück in der Basis wird sofort gefachsimpelt, die Bücher gewälzt und das Dekoseidl genossen.

Tja, noch ein bisserl Volleyballspielen am Strand, ein bisschen Schnorcheln am Hausriff und schon ist die Woche vorbei. Nach vier Stunden Flug landen wir im kalten München und denken wehmütig an den Leitspruch von DAHAB: "WE THANK THE REEF, THE REEF THANKS YOU!"

Eure Tine